"Haushundezucht auf Irrwegen: Wege und Lösungen durch ein modernes angepasstes Zuchtsystem"

 

Die Stiftung für das Wohl des Hundes (SWH), gegründet im Jahre 1999, hat u.a. zum Ziel, die Hundezucht positiv zu beeinflussen, d.h. die Gesundheit, Langlebigkeit und das Wesen unseres Haushundes zu verbessern. Nachdem vor über 20 Jahren von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Zürich die Vortragsreihe „Sterben Rassehunde aus“ lanciert wurde, um die organisierte Haushundezucht auf die fatalen Irrtümer, beeinflusst durch enges  sektiererisches Denken in der Hundezucht, hinzuweisen, hat die organisierte Hundezucht durch den Druck der Öffentlichkeit und die Diskussion um sog. Qualzuchten mit stärkeren selektiven gesundheitlichen Kontrollen reagiert, was aber nur zu einer weiteren Einschränkung des Genpools, erhöhtem Inzuchtgrad und weiterer Verschlimmerung der Situation geführt hat. Die SWH hat im Rahmen ihres Qualitätssiegels Certodog®, das besonders tierfreundliche Hundezuchten auszeichnet, nun mit ihrem revolutionären Zuchtprogramm "Certodog® Qualitätshunde" und einer Ahnentafel-Datenbasis eine weitere Möglichkeit geschaffen, die Haushundezucht in letzter Minute noch in eine positive Richtung zu lenken. 

1. Problemstellung

Das Züchten von Tieren birgt stets tierschutzrelevante Aspekte, da die Zucht einen Eingriff des Menschen in das Tierleben bedeutet. Dieser Eingriff kann minimal sein, indem man der Natur mehr oder weniger freien Lauf lässt, eventuell nur die "Partnerwahl" steuert, er kann aber auch gravierend sein, indem das Verhalten und auch die Haltung der Tiere eingeschränkt oder massiv beschnitten werden. Durch gezieltes Züchten trifft der Mensch zudem eine Auslese, indem er Tiere, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen, tötet oder nicht zur Weiterzucht verwendet. Das bedeutet, dass er beim Tier morphologische und ethologische Merkmale zulässt oder eben gerade herauszüchtet, die nicht unbedingt der Biologie der Art entsprechen. Dies kann dann aber auch zum Extremismus führen, indem Tiere herangezüchtet werden, die zum Teil nicht mehr lebensfähig sind oder die, bedingt durch die Zucht, mit Schmerzen, Leiden und Schäden behaftet sind.

Die organisierte Rassehundezucht ist ein starres, unflexibles Gebilde und allzu oft von Einzelinteressen geprägt. Entsprechend hat sich zwar das Bewusstsein über vorhandene Probleme erhöht, wirksame und deshalb einschneidende Massnahmen werden aber verhindert. Die Aussage, dass Mischlinge ja auch Hunde und schon gesünder und langlebiger als ihre gezielt gezüchteten Artgenossen sind, ist nur bedingt richtig. Auch ein Mischling ist nur das Kind seiner Eltern, welche ihre Krankheiten und Mängel weitergeben. Es gilt deshalb, ein Zuchtprogramm zu schaffen, das die Möglichkeit bietet, Hunde aus gesunden, wesensstarken Elterntieren zu züchten, welche ihre positiven Merkmale an ihre Nachkommen weitergeben.

 

2. Aufgabe der Stiftung für das Wohl des Hundes

Die SWH ist nicht gegen die Tierzucht an sich, im Gegenteil. Sie bekämpft aber die tierschutzrelevanten Auswüchse in der Hundezucht. Zudem setzt sie sich für eine Förderung der Forschung ein, damit auftretende Probleme sachlich diskutiert werden können. Schliesslich versucht sie, durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit die Leute für die Probleme zu sensibilisieren und ihnen gleichzeitig eine mögliche Lösung anzubieten.

Die SWH ist bestrebt, in Anwendung ihres Qualitätssiegels Certodog® den gesundheitlichen Problemen, die in den einzelnen Rassen auftreten, durch Erforschung der genetischen Grundlagen und durch konsequente Zucht entgegenzutreten. Strenge Zuchtauflagen sollen zudem gewähren, dass die Elterntiere optimal gehalten werden und dass den Welpen durch sorgfältige Aufzucht vor allem in der wichtigen Zeit der Welpenprägung beste Bedingungen für eine geistige und körperliche Entwicklung geboten werden, damit sie auf ihr späteres Leben als Begleiter des Menschen gut vorbereitet sind. Es sollen die verschiedenen Interessengruppen wie Züchter, Tierschutz und auch die Konsumentinnen und Konsumenten zusammen auf dieses Ziel hinarbeiten und so einen gesunden, wesensstarken Hund züchten, der Freude an seinem Leben hat, der aber auch seinem Besitzer viel Freude bereitet. Gefordert sind beide Seiten: Die Züchter, die umdenken und zum Teil das "Idealbild" ihres Hundes etwas verändern müssen, sofern dieses Idealbild der Gesundheit des Hundes nicht zuträglich ist; aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten, die sich den Kauf des Hundes und die Auswahl der Rasse überlegen und sich vorgängig beraten lassen sollten.

Eine unabhängige und kompetente Kontrolle ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Qualitätssicherung eines Labels. Die Kontrolleure besichtigen die Zuchtstätte, überprüfen die Haltung der Welpen und der erwachsenen Hunde, aber auch aller anderen gehaltenen Tiere in Bezug auf tierschutzrechtliche Vorgaben. Sie beraten die Züchter und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite, falls Probleme auftauchen.

Seit 16 Jahren wird eine kleine Gruppe von Züchtern auf diese Art kontrolliert. Die grosse Masse der Hundezuchten ist aber nach wie vor der organisierten Kynologie angeschlossen, welche nicht bereit ist, die Grundstrukturen der Hundezucht zu ändern. Wohl wurden im Laufe der letzten 20 Jahre die Zuchtvorschriften angepasst, diese bestehen aber mehrheitlich auf einer immer grösser werdenden Selektion (Gesundheit, Wesen, Aussehen), was zu einer Verschärfung der Situation und einer immer stärkeren Einengung der genetischen Vielfalt führt – auf Kosten der Gesundheit und Langlebigkeit des Haushundes. Es sind grössere einschneidende Massnahmen gefragt, welche im Rahmen eines Vereins, wie es die Zuchtorganisationen sind, nicht möglich ist.

 

3. Tierschutzrelevanz

Die auf Linien- und Inzucht beruhende organisierte Hundezucht hat im Laufe des letzten Jahrhunderts zu gravierenden Problemen in Bezug auf Gesundheit und äusseren Merkmalen und zu grossem Schaden und Leid geführt. Neben offensichtlichen Problemen wie zum Beispiel die durch extreme Brachycephalie bedingten schweren Atemprobleme (Beispiel Möpse, Französische Bulldoggen) sieht man auch in zunehmendem Masse Konditionen wie Epilepsie und Tumore, welche bei bestimmten Rassen vermehrt auftreten oder Hauterkrankungen bei ansonsten unauffälligen Hunderassen (etwa Labrador, Flatcoated Retriever etc). Es muss erwartet werden, dass sich dies in den nächsten Jahren noch verschlimmert, sollte sich die Mentalität in der Hundezucht nicht ändern.

 

4. Zuchtkonzept CQH (Certodog® Qualitätshunde)

Um die oben erwähnten Ziele zu erreichen, hat die SWH das revolutionäre Zuchtkonzept CQH (Certodog® Qualitätshunde) geschaffen, welches schon jetzt bei ihren Züchtern auf reges Interesse stösst. Dieses Zuchtprogramm CQH legt Rahmenbedingungen für die Zucht von gesunden und wesensfesten Hunden fest und gewährleistet, dass der Haushund in seinen verschiedenen Typen (Diensthund, Rettungshund, Jagdhund, Herdenschutzhund, Familienhund usw.) weiterhin bestehen bleibt, aber gesünder und leistungsstärker wird, ohne durch kurzsichtige Massnahmen nur die Inzucht zu vergrössern. Der Hund ist ein Teil der menschlichen Geschichte und Kultur und soll es auch weiterhin bleiben. Durch das offene Zuchtkonzept können aber in kürzester Zeit Hunde gezüchtet werden, welche gesünder und langlebiger sind als ihre Ahnen.

 

 

 

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Ausbildung von Hunden zur Bekämpfung der Wilderei im Virunga Nationalpark

Der Virunga-Nationalpark im Kongo gehört zu den ältesten und schönsten der Welt. Seine Bewohner, zu denen die vom Aussterben bedrohten Berggorillas und die seltenen Waldelefanten zählen, werden allerdings nach wie vor von skrupellosen Wilderern verfolgt und getötet. Die Schweizer Tierärztin Marlene Zähner wurde Anfang 2011 vom Direktor des Nationalparks Emmanuel de Merode angefragt, ihn beim Aufbau einer Anti-Poaching Dog Unit zu unterstützen. Seither bildet Marlene Zähner an Ort aber auch in der Schweiz Hunde und ihre Hundeführer für das Anti-Poaching Projekt im Kongo aus. Dazu gehören sowohl Hunde der Rasse Bloodhound, als Mantrailer, als auch Hunde der Rasse Springer Spaniels, als Artenschutzhunde.