Grundlagen für ein einheitliches Hundegesetz in der Schweiz - Projektleitung Alexandra Spring

Wer in den letzten Jahren eine Hunde-Instruktoren-Ausbildung bei Certodog gemacht oder einen einschlägigen Weiterbildungskurs besucht hat, der kennt Alexandra Spring: Man trifft dort die langjährige rechtswissenschaftliche Mitarbeiterin der „Stiftung für das Tier im Recht“  als sachkundige Referentin über juristische Aspekte des Tierschutzes. Die sorgfältige Schulung von Menschen, die später ihr Wissen um Fragen des Tierschutzrechts an Tierhaltende weitergeben, ist ihr wichtig.

Kein Wunder, engagiert sich die Juristin mit dem grossen Herzen für Tiere jetzt auch in der sogenannten „Kampfhunde“-Thematik. Sie möchte diese in ihrer Doktorarbeit beleuchten und Lösungsvorschläge für ein faires und praxistaugliches Hunderecht erarbeiten. Ihr Ziel ist dabei letztlich die Schaffung einer Grundlage für ein einheitliches eidgenössisches Hundegesetz.

„Das Konfliktpotential ,das die Haltung von Hunden mit sich bringt, ist riesig“, analysiert Alexandra Spring die heutige Situation. „Seit dem tragischen Vorfall 2005 in Oberglatt, als ein sechsjähriger Junge von drei American Pitbull Terriern zu Tode gebissen wurde, hat sich das Bild des Hundes in der Gesellschaft sehr gewandelt – vom treuen Freund und Begleiter ist der Hund für viele zum Feindbild geworden. Regelrechte Hetzkampagnen in gewissen Medien trugen dazu bei, dass einigen Hunderassen pauschal der Stempel ‚Kampfhund‘ aufgedrückt wurde. Die sehr emotional geführten Diskussionen haben bei vielen Menschen eine generelle Angst vor Hunden bewirkt.“

Von der „Bewältigung“  dieser Situation durch den Gesetzgeber ist Alexandra Spring wenig angetan: „Auf Druck der Öffentlichkeit hat ein Kanton nach dem andern teilweise fragwürdige Regelungen zum Umgang mit potentiell gefährlichen Hunden erlassen. Heute bestehen in der kleinflächigen Schweiz viele unterschiedliche Gesetzgebungen, die den Menschen vor gefährlichen Hunden schützen sollen. Für Hundehaltende ist es mittlerweilen fast unmöglich, den Überblick in diesem Paragraphendschungel zu behalten.“

Alexandra Spring ist der Meinung, dass diese Gesetzeslage für Hundehaltende ein „unzumutbares Durcheinander“ ist. Ausserdem ist sie überzeugt, dass ein Hund oder eine bestimmte Hunderasse nicht per se gefährlich ist, wie viele Menschen glauben: „Der Hund kann allenfalls dann zur Gefahr werden, wenn er nicht tiergerecht gehalten und behandelt wird.“ Das deckt sich mit der Meinung vieler renommierter Zoologen, Kynologen und Verhaltenswissenschaftler: Die Schuld an schlechtem oder gefährlichem Verhalten von Hunden liegt meist am andern Ende der Leine!

Alexandra Spring kennt Hunde nicht nur via Gesetzesparagraphen, sondern auch hautnah aus ihrem Alltag: Sie hat im Sommer 2012  die Ausbildung als eidg. dipl. Tierpflegerin abgeschlossen und arbeitet seither im Tierheim des Tierschutzvereins Biel-Seeland-Berner Jura: „Für mich ist es wichtig, nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit den Händen zu arbeiten – und zwar am liebsten mit Tieren“, sagt sie. „So kann ich die Theorie mit der Praxis zusammenbringen.“  Im Tierheim erlebt sie auch immer wieder das Schicksal  vernachlässigter , misshandelter oder beschlagnahmter  Hunde. Gegen die Ungerechtigkeit, die diesen Tieren widerfährt, möchte Alexandra Spring etwas tun. Daher der Plan, ihre Dissertation zum Thema „Kampfhundesituation“ zu schreiben: „Damit der Hund seinen verdienten Platz in unserer Gesellschaft als Freund und Begleiter zurück erhält!“  

 

Ausbildung von Hunden zur Bekämpfung der Wilderei im Virunga Nationalpark

Der Virunga-Nationalpark im Kongo gehört zu den ältesten und schönsten der Welt. Seine Bewohner, zu denen die vom Aussterben bedrohten Berggorillas und die seltenen Waldelefanten zählen, werden allerdings nach wie vor von skrupellosen Wilderern verfolgt und getötet. Die Schweizer Tierärztin Marlene Zähner wurde Anfang 2011 vom Direktor des Nationalparks Emmanuel de Merode angefragt, ihn beim Aufbau einer Anti-Poaching Dog Unit zu unterstützen. Seither bildet Marlene Zähner an Ort aber auch in der Schweiz Hunde und ihre Hundeführer für das Anti-Poaching Projekt im Kongo aus. Dazu gehören sowohl Hunde der Rasse Bloodhound, als Mantrailer, als auch Hunde der Rasse Springer Spaniels, als Artenschutzhunde.