Geschäftsstelle
c/o Dr.med.vet. Marlene Zähner,
Gugelmattstrasse 36,
CH-8967 Widen,
Tel./Fax: +41-(0)56-631-80-18
E-Mail: zahner.certodog@swissonline.ch
Konto Nr. 251-814321.01Y, UBS AG, 8030 Zürich-Römerhof.
Die Stiftung, ihr Zweck und ihre Ziele
Der Hund ist ein uralter, wahrscheinlich sogar der
älteste Begleiter des Menschen. Viele Rassen
sind eng an die Entwicklung unserer Kultur gebunden,
und verschiedene Hundetypen wie Schutz-, Jagd- oder
Hirtenhunde sind lebende Zeugen unserer Geschichte.
Einige noch heute beliebten Hauptrassen waren schon
zur Römerzeit bekannt, und ihre besonderen Qualitäten
und verschiedenen Aufgaben wurden eingehend beschrieben.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts mussten Hunde gesund
und leistungsfähig sein. Seither wurden Leistungskriterien
bei der Zuchtselektion immer mehr durch Schönheitskriterien
verdrängt. Es wurden Rassestandards geschaffen
und der Hund durch gezielte Zucht immer mehr einem
imaginären Bild angepasst.
Heute sind weit über 400 Hunderassen bekannt.
Eine präzise Angabe über die Gesamtzahl
der in der Schweiz registrierten Hunde liegt nicht
vor. Das Bundesamt für Statistik schätzt
aber die Zahl auf rund 420'000, womit in jedem 7.
Haushalt ein Hund lebt. Die meisten Hunde werden als
Haushunde in der Familie gehalten. Andere werden aber
noch immer zur Arbeit verwendet, sei es als Jagd-,
Schutz-, Dienst-, Rettungs- oder Blindenhund; sie
erweisen damit dem Menschen einen grossen praktischen
Dienst.
Unbestritten ist aber leider auch die Tatsache, dass
beim Rassehund immer mehr Erbkrankheiten auftreten.
Durch einseitige Zucht auf äussere Merkmale hin
und wegen Vorlieben gewisser Züchter, Richter
und Käufer für skurrile und extreme Formen
können überdies Deformationen entstehen,
die dem Hund gesundheitliche Probleme bereiten (sog.
"Qualzuchten"). Wie bei den äusseren
Merkmalen sind auch bei den Verhaltensweisen negative
Veränderungen aufgetreten, welche bei bestimmten
Rassen zu einem gesteigerten Aggressionsverhalten
führen können. Dieses Aggressionsverhalten
gefährdet nicht bloss Mensch und Tier, sondern
verunmöglicht diesen Hunden selber ein artgemässes
Verhalten und ist tierschutzrelevant.
Die Stiftung für das Wohl des Hundes wurde mit
dem Ziel gegründet, sich durch direkte Einflussnahme
auf die Zucht und Haltung den umschriebenen und ähnlich
gelagerten Problemen anzunehmen. In der Stiftung vertreten
sind prominente Fachleute aus dem Gebiet der Veterinärmedizin,
der Ethologie, des Rechts, des Tierschutzes und der
Kynologie. Sie verfolgt unter anderem das Ziel durch
Verleihung einer Kollektivmarke (Certodog®) an
verantwortungsbewusste Züchter die Gesundheit
und das Wesen v.a. auch bei den sogenannt kritischen
Rassen zu verbessern. Dabei haben sich die aufgenommenen
Züchterinnen und Züchter an die tierschützerisch
strengen Haltungsvorschriften und an die Zuchtauflagen
zu halten, worin sie durch unabhängige speziell
ausgebildete Tierärztinnen und Tierärzte
kontrolliert werden.
Die Stiftung fördert aber auch die Forschung
zur naturwissenschaftlichen Erfassung und zur Bekämpfung
von Defektmerkmalen beim Hund, wobei sie mit anerkannten
Wissenschaftern im In- und Ausland und nationalen
und internationalen Behörden zusammenarbeitet.
Und sie erstellt Gutachten zur praxisorientierten
Verschärfung der Tierschutzgesetzgebung zu Handen
der verantwortlichen Behörden.
Bevor Defektmerkmale erfolgreich angegangen werden
können, müssen detaillierte Kenntnisse über
sie vorliegen, welche heute noch weitgehend fehlen.
Sie müssen durch aufwendige wissenschaftliche
Untersuchungen erst noch erarbeitet werden. Es besteht
also ein grosser Nachholbedarf an intensiver Forschung,
der von den veterinärmedizinischen Hochschulen
abgedeckt, aber nicht finanziert werden kann. Die
Stiftung will mithelfen, diese Lücke zu schliessen.
Die unabhängige und professionelle Zuchtstättenkontrolle
und das Erarbeiten der rassespezifischen Merkmale
und Massnahmen erfolgt unter Mitarbeit der Tierärzteschaft
(Gesellschaft Schweizer Tierärzte GST, Schweizerische
Vereinigung für Kleintiermedizin SVK). Das Kontrollsystem
für Hundezüchter und das Ausarbeiten der
rassespezifischen Auflagen in Bezug auf Erbkankheiten,
Extremmerkmale und tierschutzrelevantes Aggressionsverhalten
ist vor allem in der jetzigen Aufbauphase sehr zeit-
und kostenintensiv.
Gleichzeitig sind Züchterschaft und Öffentlichkeit
über die Problematik der Hundezucht zu orientieren
und durch regelmässige Vorträge, Weiterbildungsveranstaltungen,
Anlässe, Veröffentlichungen und Medienorientierungen
weiter zu sensibilisieren.
Um diese ehrgeizigen, aber sehr lohnenswerten Ziele
erreichen zu können, sind wir auf externe finanzielle
Unterstützung und die Zusammenarbeit mit Fachleuten
und Partnern in der Kynologie, im Tierschutz und nicht
zuletzt in der Wirtschaft stark angewiesen. Die Stiftung
für das Wohl des Hundes ist für jede Unterstützung
in ihrem Bestreben für aktiven Tierschutz innerhalb
der Hundezucht und -haltung dankbar.
Jahresrückblick 1999
Errichten der Stiftung
Im März 1999 wurde auf Initiative einer Gruppe
von Tierärzten und Kynologen der Trägerverein
Pro Hund mit dem Ziel einer Stiftungserrichtung gegründet.
Deren Zweck sollte sein, auf verschiedenen Ebenen
für das Wohl des Hundes einzustehen, insbesondere
durch gezielte Erforschung von Erbkrankheiten und
durch Einflussnahme auf das Zuchtgeschehen. Schon
zwei Monate später war es dank grosszügigen
Spenden von mehreren Seiten möglich, das Stiftungskapital
von CHF 50'000.- zu äufnen. Am 14. Mai 1999 wurde
die Stiftung für das Wohl des Hundes mit Sitz
an der Ilgenstrasse 22, c/o Dr.iur. Antoine F. Goetschel,
CH-8032 Zürich, offiziell errichtet und am 18.
Juni 1999 im Zürcher Handelsregister eingetragen.
Die Stiftung untersteht der Aufsicht des Eidgenössischen
Departementes des Inneren und ist wegen Verfolgung
von gemeinnützigen Zwecken von der Staatssteuer,
der direkten Bundessteuer und den allgemeinen Steuern
befreit.
Strukturen und Geschäftsführung
Der Stiftungsrat besteht aus den nachstehenden Personen:
Das Präsidium wurde bis auf weiteres absichtlich
frei gehalten.
Die Geschäftsstelle wird mit einer Teilzeitstelle
(30%, seit November 1999 zu 80%) besetzt und von Frau
Dr.med.vet. Marlene Zähner betreut. Sie ist Tierärztin
mit Fachgebiet Hundezucht und -haltung und Tierschutzbeauftragte
der Gesellschaft Schweizer Tierärzte GST.
Als Revisionsstelle amtet die Treuhand- und Revisionsgesellschaft
Karrer AG, 8038 Zürich.
Kollektivmarke Certodog®
Bereits im Juli 1999 ist die Kollektivmarke Certodog®
in der Schweiz hinterlegt und im Dezember 1999 im
Markenregister eingetragen worden. Die internationale
Registrierung in zahlreichen Ländern Europas
und in den USA ist hängig. Die Kollektivmarke
Certodog® kann Hundezüchterinnen und -züchtern
verliehen werden, aber auch Verantwortlichen für
Hundeheime, Inhabern von Hundesalons, welche den Tierhaltern
helfen, einen gesunden und gut gepflegten Hund zu
halten, Produzenten von Hundefutter und Hundeartikel
sowie Verteilern von selbst hergestellten oder beschafften
Produkten. Die Kollektivmarke Certodog® dient
den Benutzern zur Bezeichnung der Produkte und Dienstleistungen
im Sinne eines Gütesiegels.
Weitere Aktivitäten im Geschäftsjahr
1999 bildeten:
-
Ausarbeiten von Richtlinien
für Certodog®-Zuchtstätten;
-
Ausarbeiten von tierschützerisch
hochstehenden Kaufverträgen für Certodog®-Züchter;
-
Evaluation und Aufnahme der
ersten Certodog®-Zuchtstätte;
-
Medienorienterung und Vorstellen
der Stiftung und Certodog®;
-
Anmeldung der Kollektivmarke
Certodog® in verschiedenen Ländern Europas
und in den USA;
-
Kontaktnahme mit den Organisationen
Gesellschaft Schweizer Tierärzte GST, Schweizerische
Vereinigung für Kleintiermedizin SVK, Bundesamt
für Veterinärwesen BVET, Schweizerische
Kynologische Gesellschaft SKG, AKC Canine Health
Foundation, USA, mit dem Spezialisten für Zuchtwertschätzung
beim Hund, Dr. Rainer Beuing, Universität D-Giessen,
resp. TG Verlag, D-Giessen, mit Prof.Dr. Irene Stur,
Institut für Tierzucht und Genetik, Universität
A-Wien;
-
Auf- und Ausbau des Sponsorings,
Kontaktnahme mit der Industrie;
-
Versand der Stiftungsunterlagen
an über 55 interessierte Züchterinnen
und Züchter;
-
Evaluieren von Zuchtstätten
in der ganzen Schweiz;Aufnahme von 16 Zuchtstätten,
welche 15 Rassen repräsentieren;
-
Aufnahme der Mitglieder eines
Vereins für die Zucht und Ausbildung von Servicehunden
(Blindenhunde, Servicehunde);
-
Beratende Unterstützung
im Marketing durch die Klaus J. Stöhlker AG,
Unternehmensberatung für Öffentlichkeitsarbeit,
CH-Zollikon.