Geschäftsstelle
Gugelmattstrasse 36
CH-8967 Widen
Tel.:+41 56 245 53 19
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Stiftung
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Jahresbericht 2000

Geschäftsstelle

c/o Dr.med.vet. Marlene Zähner,
Gugelmattstrasse 36,
CH-8967 Widen AG,
Tel./Fax: +41-(0)56-631-80-18
E-Mail: zahner.certodog@swissonline.ch
Konto Nr. 251-814321.01Y, UBS AG, 8030 Zürich-Römerhof.

Die Stiftung, ihr Zweck und ihre Ziele

Grundidee

Die im Mai 1999 gegründete Stiftung mit Sitz in Zürich verfolgt ideelle Ziele. Sie versteht sich als wichtige Institution im Verhältnis Mensch und Hund und will verstärkt mit Fachkompetenz und Weitsicht nach aussen treten. Sie unterstützt Aktivitäten für das Wohl des Hundes im In- und Ausland und fördert die Weiterentwicklung von fachgerechten Massnahmen in der Forschung, Zucht, Haltung und Ausbildung auf ethischer, naturwissenschaftlicher und rechtlicher Basis (Art. 3 der Stiftungsurkunde;. Der Stiftungsrat arbeitet interdisziplinär und setzt sich aus international anerkannten Fachleuten der Veterinärmedizin, der Ethologie, des Rechtes, des Tierschutzes und der Kynologie zusammen.)

Gefährliche Hunde haben im Jahr 2000 das Verhältnis von Mensch und Hund stark belastet. Die Gesellschaft ist verunsichert. Das Umfeld für eine gesunde Mensch-Hund-Beziehung hat sich europaweit verschlechtert. Die Stiftung für das Wohl des Hundes will das Verhältnis wieder entspannen und dem Hund als Lebensgefährten einen ihm gebührenden Platz einräumen. Dazu gehören neben konkreten Massnahmen weg von der "Qualzucht" (zu denen auch Hunde mit hypertrophem Aggressionsverhalten gehören) hin zum rundum gesunden und wesenssicheren Hund, auch die Ausbildung der Hundehalter/-innen sowie ihrer Hunde. Gleichzeitig muss die Öffentlichkeit mit dem "Wesen Hund" vertrauter gemacht werden.

Die Stiftung für das Wohl des Hundes hat mehrere Projekte und Massnahmen in Angriff genommen um diese Ziele zu erreichen. Wir möchten Ihnen gerne im diesjährigen Jahresbericht diese Projekte vorstellen, welche zwar ehrgeizig sind, sich aber mit Ihrer Hilfe durchaus realisieren lassen.

Das Team - Strukturen und Geschäftsführung

Der Stiftungsrat bestand bei Stiftungserrichtung aus den nachstehenden Personen:

* PD Dr.med.vet. Susanna Arnold, Abteilungsleiterin der Klinik für Kleintierfortpflanzung an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Zürich;
* PhD Dr.med.vet. Heinrich Binder, Tierarzt mit speziellem Fachgebiet Tierzucht, Genetik und Statistik und stellvertretender Kantonstierarzt des Kantons Zürich;
* Dr.iur. Antoine F. Goetschel, Rechtsanwalt u.a. mit Spezialgebiet der Mensch-Tier-Beziehung im Recht, Fachbuchautor und Lehrbeauftragter für Tierschutzrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich und Geschäftsführer der Stiftung für das Tier im Recht;
* Dr.med.vet. Caroline Haus, Tierärztin mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet Fortpflanzung und Expertin für Tierschutzfragen.
* PD Dr. sc. Dennis C. Turner, Biologe mit speziellem Fachgebiet Angewandte Ethologie, Tierpsychologie und Mensch-Tier-Beziehungen, Direktor des I.E.T, Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie, Lehrbeauftragter am Zoologischen Institut der Universität Zürich und Fachbuchautor mehrerer Werke, ist im März 2000 in den Stif-tungsrat gewählt worden.

Das Präsidium wurde bis auf weiteres offen gelassen.

Die Geschäftsstelle wird mit einer Teilzeitstelle (30%, seit November 1999 zu 80%) besetzt und von Frau Dr.med.vet. Marlene Zähner, Tierärztin mit Fachgebiet Hundezucht, Haltung, Ausbildung und Tierschutz betreut.

Als Revisionsstelle amtet die Treuhand- und Revisionsgesellschaft Karrer AG, 8038 Zürich.

Laufende Projekte

Schwerpunkte
1. Kollektivmarke Certodog®
CERTODOG® ist ein wichtiges Instrument beim Verwirklichen der Stiftungsziele: Die Kollektivmarke ist international geschützt. Benutzer der Marke in den Bereichen Zucht, Hal-tung, Ausbildung, Pflege und Ernährung werden ausgezeichnet, wenn sie die anspruchsvollen CERTODOG®-Richtlinien einhalten. Benutzer leisten dadurch einen tatkräftigen Beitrag für den gesunden Hund und für den Tierschutz. Sie werden ausgebildet, weitergebildet und kontrolliert.

2. Forschung
Ausgangslage
Die Hundezucht hat in den letzten Jahrzehnten die falsche Richtung eingeschlagen. Sie war einseitig auf äussere Merkmale ausgerichtet. Skurrile und extreme Formen waren Zuchtziele, nicht der gesunde und wesensstarke Hunde. Beim Rassehund treten vermehrt Erbkrankheiten, Extremmerkmale und hypertrophes Aggressionsverhalten auf. Die Stiftung fördert die Forschung weg von Defektzuchten von Hunden. Zur Auszucht dieser Merkmale müssen diese genauer erforscht werden.

Zielsetzung
Förderung und Unterstützung von Forschungsprojekten zur erfolgreichen Bekämpfung von Defektmerkmalen mittels Grundlagenwissens.

Massnahmen

  • Erforschen von Erbkrankheiten
  • Wissenschaftliches Erfassung von Defektmerkmalen (insb. von "Qualzuchten")
  • Erforschen von Dispositionen (z.B. Hüftgelenkdisplasien)
  • Untersuchungen über hypertrophes Aggressionsverhalten ("Gefährliche bzw. "Kampfhunde")
  • Erarbeiten von Rechtsgrundlagen zu Handen von Behörden und Privaten über die Mensch-Hund-Beziehung (Hundehaltegesetze, Tierschutzgesetz, Sicherheitspolizei, Haftpflichtrecht)
  • Rechtsrelevante Untersuchungen für das Tier im Recht (z.B. verbesserte Rechtsstellung des Hundes im Fund- und im Mietrecht, Verbesserung Tierhalterhaftpflicht)
  • Erforschung der Mensch-Hund-Beziehung in der Gesellschaft

Aktuelle Forschungsprojekte:

  • Zusammenhang zwischen Schädelkonformation und Atmungsfähigkeit beim Hund
    Dieses Projekt wird derzeit an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der ETH ZH durchgeführt;
  • Rechtsvergleichendes Forschungsprojekt über gefährliche Hunde in den USA und der Schweiz in Zusammenarbeit mit der Stiftung für das Tier im Recht.

Zusammenarbeiten
Die Arbeiten werden von Wissenschaftern an nationalen und internationalen Universitäten und Forschungszentren durchgeführt. Die Stiftung wird durch ähnlich ausgerichtete Institutionen (u.a. AKC Canine Health Foundation, Stiftung für das Tier im Recht, Worcester Polytechnical Institute.) unterstützt.

3. Praktische Verbesserung der Hundezucht
Ausgangslage
Die Hundezucht unterliegt in der Schweiz keinen gesetzlichen Auflagen, abgesehen von den Minimalanforderungen des Tierschutzgesetzes. Jeder der will, darf züchten. Rund ein Viertel der Hundezüchter haben sich dem zur Zeit grössten schweizerischen Hundezuchtverband, der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG angeschlossen. Stark mit dem Vereinswesen verbunden, wird dort nach von der Mitgliedschaft aufgelegten Reglementen und Zuchtmassnahmen gezüchtet. Die Kontrolle wird innerhalb der SKG ausschliesslich durch Klubfunktionäre und Vereinsmitglieder durchgeführt. Die übrigen schweizerischen Hundezüchtern unterwerfen sich entweder keinen Zuchtmassnahmen oder dann den Massnahmen, welche von anderen kleineren Zuchtverbänden vorgeschrieben sind.

Eine grosse Anzahl der angebotenen Hunde stammt aber auch aus dem Ausland, v.a. dem ehemaligen Ostblock. Dort herrschen in tierschützerischer und veterinärmedizinischer Beziehung grosse Defizite. Der unzulänglich informierte Käufer schafft sich ein billiges Tier an. Dafür steigen die Kosten für Tierarzt und eventuell Verhaltensspezialisten. Gross ist deshalb die Verunsicherung, wo ein potentieller Hundekäufer einen seriös gezüchteten, gesunden und wesensstarken Hund erwerben kann.

Zielsetzung
Die Hundezucht in der Schweiz ist dringend zu verbessern. Tierschutz und Tiergesundheit sollen extreme Zuchtmerkmale und tierschädliche Interessenkollisionen an den Rand drängen. Neben Aufklärung der Öffentlichkeit soll der - weltweit einzigartige - "Markenhund" Certodog‚ die grosse Nachfrage nach gesunden und wesensstarken Hunden befriedigen. Züchter und Halter solcher Hunde erhalten von der Stiftung eine starke Unterstützung in allen Fragen rund um den Hund.

Massnahmen
Im Vordergrund steht derzeit die Verwendung der Marke Certodog‚ zur Auszeichnung vorbildlicher Hundezuchten. Die Stiftung zeichnet damit verantwortungsvolle Züchterinnen und Züchter aus, welche sich besonders um die Zucht von gesunden Hunden bemühen. Die Benützer von Certodog® verpflichten sich, in ihrer Zuchtstätte gemäss den Richtlinien der Stiftung für das Wohl des Hundes die neusten ethologischen, veterinärmedizinischen und tierschützerischen Erkenntnisse zu berücksichtigen.

Die unabhängige und fachkompetente Kontrolle bildet eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Qualitätssicherung einer Marke. Ein CERTODOG®-Kontrollteam besteht aus je einem/-r unabhängigen Tierarzt/Tierärztin und einem/-r Kynologen/Kynologin. Die speziell aus- und weitergebildeten unabhängigen Kontrolleure rapportieren dem Stiftungsrat, welcher endgültig auf Grund der entsprechenden Anträge des Kontrollteams über Aufnahme, Ablehnung oder Auflagen oder Bedingungen entscheidet. Dadurch wird vermieden, dass mit veterinärmedizinisch und zuchttechnisch nicht zwingenden Standards Interessenpolitik betrieben wird.

Die Lizenzgebühr ist verhältnismässig bescheiden und deckt den Kontroll- und Betreuungsaufwand der Stiftung zu Gunsten der aufgenommen Züchter nur zu einem kleinen Teil. Die bescheidene Lizenzgebühr erleichtert die Markteinführung.

In der Zeit von November 1999 bis November 2000 erhielt die Stiftung ca. 50 Anfragen von interessierten Zuchtstätten. Davon wurden 27 kontrolliert und 23 aufgenommen, welche 18 verschiedene Rassen vertreten.

4. Ausbildung
Ausgangslage
Die Diskussion um gefährliche Hunde hat deutlich gemacht, dass die Ausbildung von Hunden und Hundehaltern dringend verbessert und professionalisiert werden muss. Die Nachfrage nach Ausbildnern ist gross. Derzeit kann sich aber jeder und jede ohne jeden Fähigkeitsausweis als "Ausbildner" ausgeben, mit dem entsprechend schädlichen Einfluss auf den Ausbildungsstand von Hunden und Haltern. Es fehlen Anforderungsprofile an Hundeausbildner und es fehlen kompetente Fachkundige Hundeausbildner.

Zielsetzung
Die Stiftung will Hundeausbildner ausbilden. Die Aus- und Weiterbildung soll breit und tief sein und auf eine professionelle Grundlage gestellt werden. Von der Stiftung ausgebildete Instruktoren dürfen die Marke "Certodog‚" benutzen. Langfristig wird die Anerkennung des Hundeinstruktoren-Berufs durch das BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie; früher: BIGA) angestrebt.

Daneben will die Stiftung die Aus- und Weiterbildung von Hundehaltern und -züchtern und von anderen gesellschaftlich relevanten Kreisen verbessern.

Massnahmen
CERTODOG®-Instruktor
Die Stiftung entwickelt ein Konzept für die theoretische und praktische Aus- und Weiterbildung von Hunde-Instruktoren. Vermittelt werden Bereiche im Zusammenhang mit dieser anspruchsvollen Tätigkeit, namentlich Kynologie, Ethologie, Veterinärmedizin, Recht, Psychologie, Kursorganisation und praktische Arbeit, Wesenstest usw.). Es ist vorgesehen einen ersten berufsbegleitenden Grundkurs in der zweiten Hälfte 2001 anzubieten.

Fortbildungstagungen
Die Stiftung führte im Jahr 2000 erfolgreich eine Tagung zum Thema Hund in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Vereinigung für Kleintiermedizin SVK an der Tierärztetagung "Vets 2000" im Mai in Luzern, sowie die Fortbildungsreihe "Rund um den Hund" an der Universität Zürich durch. Die Fortbildungsreihe "Rund um den Hund" wird im Jahr 2001 im regelmässigen Rhythmus weitergeführt und ausgebaut. An jeweiligen Tageskursen werden allen Hundefreunden und Interessierten die neusten Erkenntnisse in den einschlägigen Fachgebieten vermittelt.

Hundebuch
Die Stiftung unterstützt das vom Beobachter-Verlag geplante Buch mit allem Wissenswerten rund um den Hund aus veterinärmedizinischer, verhaltenspsychologischer und rechtlicher Sicht.

Stifter und Gönner

Stifter (50'000.-) :

  • Trägerverein Pro Hund

Gönner:

Spenden ab 10000.-

  • Margret und Francis Fleitmann Stiftung,
  • Zürcher Tierschutz ZT,
  • MGB,
  • Effems AG,
  • Bundesamt für Veterinärwesen BVET,
  • Pierre Arnold

Spenden ab 5000.-

  • Dr. Heinz Dieter Vontobel,
  • Fredy Klotz

Spenden ab 1000.-

  • Jean Pasquier,
  • Veterinaria AG,
  • Rottweiler Club SRC,
  • Dennis C. Turner,
  • Antoine F. Goetschel

Spenden ab 100.-

  • Roro-Presse Verlag,
  • Marco Cuoto,
  • Andrea Meisser,
  • Margot Scheifele,
  • T.+ G. Straumann ,
  • P.+J. Huwyler,
  • R. + S. Conrad,
  • Verena Grünig,
  • Martin Rieder,